|
Fachliteratur: |
| Aktuelles
|
Konjunkturumfrage: Eher treppabDas Deutsche Holztreppeninstitut präsentiert die Ergebnisse seiner Konjunkturumfrage vom Frühjahr 2009Erfreulicherweise lag die Rücklaufquote bei 53%. „Damit haben wir die Teilnehmerquote der Vergangenheit erreicht und das macht unsere jährliche Umfrage zu einer wertvollen Aussage für und über die Branche“, so DHTI-Geschäftsführer Michael Peter. Dem deutschen Holztreppeninstitut in Saarbrücken (DHTI) gehören 65 qualifizierte Holztreppenbauer aus dem gesamten deutschen Tischlerhandwerk an. Wie zu erwarten war, bedenkt man die derzeitige Wirtschaftskrise, geben 38% der Umfrageteilnehmer an, für 2009 eine Verschlechterung der Konjunktur zu erwarten. Allerdings sagten dies auch 2008 bereits 36%. Dies bewahrheitete sich bei 30% der Teilnehmer. Die Erwartungen der Holztreppenbauer liegen im Rahmen der Erwartungen im Schreinerhandwerk allgemein: So gehen in NRW 38 % der Betriebe von einer negativen Branchenentwicklung in 2009 aus, im Saarland zum Beispiel gar 44 %! Die Optimisten sind mit 9% klar in der Unterzahl. Trotz dieser sehr gedämpften Aussichten planen 29% der DHTI- Betriebe größere Investitionen. Die geplante Neubeschäftigung ist wieder auf 15% der Unternehmen gestiegen, während 2008 niemand angab, neues Personal einstellen zu wollen! Allerdings halten sich die 15% die Waage mit den geplanten Entlassungen: 16% geben an, den Personalstand verringern zu wollen. Problematisch gestaltet sich die Berechnung der Absatzentwicklung, da in diesem Jahr nicht die gleichen Betriebe an der Umfrage teilnahmen wie im Jahr davor. Dennoch zeigt sich eine Tendenz: Denn der durchschnittliche (Netto-)Verkaufspreis pro Geschosstreppe sank von 3650 auf 3620 Euro – so muss man feststellen, dass zumindest der durchschnittliche Erlös aufs Jahr gleich blieb und nicht gesteigert werden konnte. Erstmals wurde auch nach dem Preis für die Montage gefragt: Hier ermittelte das DHTI einen Betrag von netto 580 Euro. Das wechselhafte Bild setzt sich auch bei der rückwärts gewandten Betrachtung zum Jahr 2008 fort: Immerhin 48% der Unternehmen sahen ihre Erwartungen für das vergangene Jahr erfüllt und 18% geben sogar an, diese seien übererfüllt worden. DHTI-Geschäftsführer Peter: „Für das DHTI selbst war 2008 ein gutes Jahr; dank der Aktivitäten mit der Faltwerktreppe konnten wir unsere Mitgliederzahl bei den ordentlichen Mitgliedern, also den Treppenherstellern, um zehn Unternehmen erhöhen!“ Interessant ist sicher auch die geographische Reichweite der Aufträge: Der Großteil (53%) gibt an, in einem Radius von bis zu 200 km tätig zu sein. 15% hingegen sagen 50 km, bundesweit geben 12% an und Auftragsreichweite bis ins benachbarte Ausland machten 21% als Angabe. Dabei zeichnet sich ab, dass die sehr großen Betriebe, d.h. solche mit mehr als 20 Arbeitnehmern, über 70% der Exportierenden stellen. Die Auftragsreichweite in Wochen beträgt im Schnitt sechs im Treppenbau und acht insgesamt. Das spricht dafür, dass bei Betrieben, die nicht ausschließlich auf Holztreppen spezialisiert sind, die Auftragslage eher noch etwas besser ist. Allerdings: Im langjährigen Vergleich ist die Auftragsreichweite von sechs Wochen ein typischer Wert im Schreinerhandwerk, was sich auch an der Vergleichszahl für den aktuellen Zustand bei den Tischlern in NRW zeigt. Für das DHTI nicht weiter verwunderlich, aber ein klares Indiz für die fortschreitende Spezialisierung im Tischlerhandwerk: Der Holztreppenbau ist für 70% der Teilnehmer der überwiegende Tätigkeitsschwerpunkt. 54% geben an, zu mehr als 80% der Arbeitszeit Holztreppenbau zu betreiben und immerhin 16% sagen, dieser mache zwischen 50% und 80% aus! Wie sich die Branche verändert, zeigt hingegen das Beispiel der Vermarktungswege: Selbstfertigung und -montage sind selbst bei den Treppenspezialisten tendenziell rückläufig. Bei den Umfrageteilnehmern fertigten in 2008 nur mehr 74% der Unternehmen alle verkauften Treppen selbst, im Jahr davor waren es noch 81%. Und zu hundert Prozent selbst montiert wurden die verkauften Treppen nur von 59% der Unternehmen statt von 71 % in 2007.
|