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Bautreppen aus Holz

Treppenbauer haben die fachliche Erfahrung

Die zuständige Berufsgenossenschaft bestätigt, dass aus Aspekten der Unfallversicherung und des Arbeitsschutzes nichts dagegen spricht, wenn der spätere Holztreppenlieferanten Bautreppen aus eigener Produktion auf Baustellen einbaut.


In der DGUV Regel 101-002 (ehemals BGR 113) wird das Thema Treppen bei Bauarbeiten beschrieben. Die Regel unterscheidet unter Punkt „2 -Begriffsbestimmungen“:

 

2.2 Bautreppen im Sinne dieser Regeln sind ein- oder mehrläufige Treppen, die als Zugang bei Bauarbeiten verwendet werden.

2.3 Treppentürme im Sinne dieser Regeln sind mehrläufige Treppen, die aus serienmäßig hergestellten Bauteilen bestehen und turmartig ausgebildet sind.

2.4 Gerüsttreppen im Sinne dieser Regeln sind Treppen aus serienmäßig hergestellten Gerüstbauteilen, die als Zugang zu Arbeits- und Schutzgerüsten verwendet werden.

 

Sebastian Lauer, Mitarbeiter beim Präventionsdienst Mannheim/Saarbrücken der für Holztreppenbauer zuständigen Berufsgenossenschaft Holz und Metall, teilt dazu mit:

 

„Unter dem Punkt 4.2 werden Regelungen zum Nachweis der Standsicherheit getroffen.

4.2 Nachweis der Standsicherheit sowie der Arbeits- und Betriebssicherheit

4.2.1 Für Treppen bei Bauarbeiten ist ein Brauchbarkeitsnachweis, bestehend aus einem Standsicherheitsnachweis nach DIN 4420-1 "Arbeits- und Schutzgerüste; Allgemeine Regelungen; Sicherheitstechnische Anforderungen, Prüfungen" und dem Nachweis der Arbeits- und Betriebssicherheit in Übereinstimmung mit  Abschnitt 6 erforderlich.

4.2.2 Abweichend von Abschnitt 4.2.1 darf auf den Standsicherheitsnachweis verzichtet werden, wenn die Standsicherheit der Konstruktion nach fachlicher Erfahrung beurteilt werden kann.

Auf den Nachweis kann demnach verzichtet werden, wenn die Standsicherheit aufgrund der fachlichen Erfahrung beurteilt werden kann.

 

Wirft man nun einen Blick in die TRBS 1203, so findet man eine Konkretisierung des Begriffes Fachkenntnisse:

 

Gemäß § 2 Abs. 7 BetrSichV müssen befähigte Personen für die in Satz 1 genannten Prüfungen über die erforderlichen Fachkenntnisse verfügen. Diese werden erworben

durch

  • Berufsausbildung,

  • Berufserfahrung und

  • zeitnahe berufliche Tätigkeit.

 

Ein Schreiner/Tischlermeister, der im Handwerk tätig ist, sollte diese Anforderungen erfüllen können, insbesondere vor dem Hintergrund, das auf das Thema Treppenbau explizit in der Tischlermeisterverordnung eingegangen wird.

 

§ 2 Meisterprüfungsberufsbild

…..

(2) Im Tischler-Handwerk sind zum Zwecke der

Meisterprüfung folgende Fertigkeiten und Kenntnisse

als ganzheitliche Qualifikationen zu berücksichtigen:

………

9. fassadenabschließende Elemente und Bauelemente,

insbesondere Fenster, Türen und Wintergärten,

Treppen sowie Fahrzeugein- und -ausbauten gestalten,

planen, konstruieren, fertigen, einbauen,

montieren und instand halten,…“

 

Demzufolge spricht nichts dagegen, wenn der Holztreppenhersteller, der später die endgültige Treppe liefert, auch eine Bautreppe herstellt und einbaut. Bei ihm sind ohne weiteres die notwendigen Fachkenntnisse gegeben, um aus der Erfahrung heraus die Standsicherheit seiner Konstruktion zu beurteilen. Damit eröffnet sich ein weiteres Betätigungsfeld für DHTI-Mitglieder, das bisher eher von vorgefertigten Metallkonstruktionen beherrscht wird. Die Vorlage irgendwelcher Zertifikate, statischer Berechnungen und ähnliches ist demzufolge nicht notwendig!

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